Slide

6.jpg

Katholische Öffentliche Bücherei

Die Bücherei hat sonntags von 9.00 bis 11.00 Uhr geöffnet

und an jedem 2. Dienstag im Monat

laden wir Sie zur "Offenen Bücherei" von 20.00 bis 21.30 Uhr ein.

Besuchen Sie uns - die Ausleihe ist kostenlos.

 

 

Alle im Handel erhältlichen Bücher können Sie über uns bestellen.
Damit unterstützen Sie unsere Arbeit!
 
 
 

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kinder!

Drei Bücher aus unserem Bestand sollen heute vorgestellt werden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber sich doch vielleicht darin auch wieder ähneln, dass sie die Suche nach Sinn, nach Erklärung von Lebenswegen und Lebensweisen zum Thema haben.

Zuerst sei auf die Meditation Der Lebensweg Jesu des bedeutenden Theologen Eugen Biser (1918 – 2014), der am 6. Januar 2018 100 Jahre alt geworden wäre, hingewiesen. Biser war lange Zeit an der Universität München tätig, zunächst als Nachfolger Karl Rahners auf dem Guardini-Lehrstuhl, dann als Leiter des Seniorenstudiums. 2002 gründete er die Eugen-Biser-Stiftung zur Förderung des Christentums. Der Dialog der monotheistischen Religionen war ihm besonderes Anliegen. Ausgehend von der Feststellung, dass das christliche Glaubensbekenntnis nur Christi Geburt und seinen Tod am Kreuz bekennt, fragte er in diesem Buch nach Jesu Lebensweg zwischen diesen beiden Ereignissen. Die Aussagen der Evangelien über sein Leben, die er dazu betrachtete und theologisch zu deuten versuchte, werden von einer Vielzahl von Kunstanalysen begleitet, die das Bild verdichten, erklären, verständlicher machen können.

 

Das Vertraute unvertraut machen heißt ein Band mit einem Interview zum Leben und Werk des polnischen Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman, der Anfang dieses Jahres im Alter von 91 Jahren in Leeds, seiner zweiten Heimat, verstarb. Kurz vor seinem Tod führte der Schweizer Journalist Peter Haffner vier lange Gespräche  mit Bauman über Liebe, Intellekt, Macht, Identität, Religion, Fundamentalismus, Glück, Moral, Gesellschaft und viele weitere Themen. Der linksgerichtete Gelehrte fand deutliche Worte der Konsum-kritik, äußerte sich zur Globalisierung, zum Internet, aber auch –obgleich selbst Agnostiker – zum Glauben an Gott, zu Fragen von Leben und Tod. Lebensfreude, aber auch eine gewisse Neigung zur Resignation über die gegenwärtige Zeit kennzeichnen das Buch. Die Fülle an Einsichten und die lebendige Sprache, die fern jeglicher wissenschaftlicher Attitüden ist, machen es äußerst lesenswert.

 

Zum Schluss sei noch auf einen Roman des Schweizer Schriftstellers Peter Stamm aufmerksam gemacht. In Weit über das Land erzählt er in knapper, schnörkelloser, aber sehr prägnanter Sprache die Geschichte eines Mitvierzigers, der nach der Rückkehr aus einem schönen, harmonischen Urlaub mit seiner Frau und den beiden Kindern ohne jede Ankündigung und ohne erkennbaren Grund seine Familie verlässt und gen Süden wandert. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive des Mannes und seiner Frau. Thomas, der Protagonist, läuft, wie es scheint ziellos, in die Welt. Vielleicht läuft er seinem bisherigen Alltag davon, vielleicht sucht er aber auch nur einen Weg, möchte sich über sein Leben klar werden? Es ist ein Roman über die Suche nach Sinn, über Liebe und Zuneigung, über Einsamkeit, über Trauer, Verlust, doch auch über Glück, über Freiheit, über das Staunen an der Schöpfung. Die Kritik sprach von „leiser Dramatik“ und „lakonischer Poesie“. Für die Rezensentin kam die Literaturkritikerin Maike Albath dem Buch am nächsten, als sie darüber schrieb „Es ist das Gespür für untergründige Gefühlsströmungen, das >Weit über das Land< von Peter Stamm so lesenswert macht“ (laut Buchumschlag veröffentlicht in der Zeitschrift Cicero).

 

Wir freuen uns auf Sie und Ihr Urteil über die vorgestellten Werke. Da wir in letzter Zeit wieder eine ganze Reihe Neuerwerbungen machen konnten, finden Sie aber sicherlich auch andere Bücher, die Sie interessieren.

Bis bald grüßt Sie herzlich

                                                Ihr Büchereiteam

 

Schon jetzt ein Hinweis:

Am 1., 2., 3. und 5. Fastensonntag wird nach der Familienmesse wieder in der Bücherei vorgelesen.