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Seniorenkreis

Der Seniorentreff trifft sich alle 14 Tage. Während der Winterzeit von 14-16 Uhr, sonst von 15-17 Uhr.

Wer unser Pfarrblatt aufmerksam liest, findet unter „Veranstaltungen in Salvator“ alle 14 Tage dienstags den Seniorenkreis. Angegeben ist auch das Thema des Nachmittags. Der Nachmittag beginnt mit Kaffee und Kuchen, dazu ein Plausch mit dem Nachbarn. Die übrige Zeit der Nachmittage sind mal fröhlich gestaltet, mal besinnlich, mal kreativ zum Mitarbeiten, um die grauen Zellen anzuregen. So können auch Talente neu entdeckt werden. Ebenso sind religiöse Themen im Jahresplan; nicht nur im Advent und in der Fastenzeit. In der Fastenzeit, im Mai und Oktober sind vor dem Kaffeetrinken Andachten. Eine Fragestunde mit dem Pfarrer ist auch mal dabei. Kein Zusammensein geht ohne ein Lied zu Ende.
Einen besonderen Platz nehmen die Altentage in der Pfarrei ein, zu denen 3 x im Jahr eingeladen wird, und zwar an einem Samstag. Neben den Senioren sind die Kranken und die, die nicht mehr den Weg zur Kirche allein gehen können, angesprochen. Es wird eingeladen zum Gottesdienst, Sakramentenempfang, danach zum gemütlichen Beisammensein. Zu diesen Nachmittagen ist immer ein Fahrdienst bereit. Nur Mut, daran teilzunehmen! Es wäre auch ein Weg, um aus der Einsamkeit und dem Alleinsein herauszukommen. Keiner ist mit seinen Sorgen und Freuden allein. Es könnte sein wie in einer großen Familie, wir gehören zusammen!
Bisher hatte uns die Gemeindereferentin Frau Hertlidschke begleitet. Nun wird unsere Gemeindereferentin Frau Teuscher uns begleiten. Wir freuen uns schon darauf, auch auf ihre Ideen und Gestaltungen.
Der Seniorenkreis ist für alle offen. Die (fast) immer dabei sind, würden sich freuen, wenn aus der Gemeinde der Senioren mehr teilnehmen würden. Man muss nicht erst 80 Jahre alt sein, um hier mitzumachen, sondern man kann den Kreis schon beleben, wenn man ins Rentenalter kommt. Zeit haben füreinander ist eine schöne Bereicherung für einen selbst. Damit es ein gutes Miteinander gibt, können Ideen und Aktivitäten mitgebracht werden. Dann fühlen sich die ganz alten nicht so allein gelassen. Der Senioren in unserer Pfarrei sind ja nicht wenige und gehören auch zur „GEMEINDE SIND WIR“.
So möchten wir, das Team für die Senioren, nicht nur werben, sondern Neugierde und Mut wecken, nach der Sommerzeit einmal reinzuschauen.
Also mitmachen und sich einbringen in die große Schar der Senioren!

Für das Team: Anna-Maria Garske

„Wir über Siebzig“

Wir wurden vor der Erfindung des Fernsehens, der Antibiotika, der Tiefkühlkost und des Kunststoffes geboren und kannten Kontaktlinsen und die „Pille“ noch nicht.
Wir kauften Mehl und Zucker noch in Tüten, Sauerkraut und Heringe aus dem Fass, und die frischen Brötchen hingen morgens im Beutel an der Tür. Milch holten wir in einer Kanne.
Wir waren schon da, bevor es Radar, Kreditkarten, Telefax, Computer, die Kernspaltung und Laser gab.
Wir kannten keine Geschirrspüler, Wäschetrockner, Klimaanlagen, Lastminute-Flüge, und niemand dachte daran, auf dem Mond oder Mars zu landen.
Wir haben erst geheiratet und dann zusammengelebt. Zu unserer Zeit waren Bunnies noch kleine Kaninchen und Käfer keine Volkswagen.
Wenn wir zum Arzt gingen, dann waren wir krank, und wenn der Arzt zu uns nach Hause kam, dann lagen wir wirklich auf der Nase.
Zu unserer Zeit gab es noch keine Gruppen-Therapie, keine Weight-Watchers, Sonnen- und Nagelstudios, kein Kindererziehungsjahr für Väter und auch keine Zweitwagen.
Wir waren da, bevor es den Hausmann, die Gleichstellungsbeauftragte, Pampers, Aussteiger und computergesteuerte Heiratsvermittlungen gab.
Wir haben damals Transistorradios nicht gekannt, hörten Musik nicht vom Tonband oder mit CD´s. Es gab auch keine elektrischen Schreibmaschinen, keine künstlichen Herzen, keinen Joghurt in Plastikbechern und auch keine Jungs, die Ohrringe trugen.
Die Worte „software“ für alles, was man beim Computer nicht anfassen, und „Non Food“ für alles, was man nicht essen oder trinken kann, waren noch nicht erfunden.
In dieser Zeit hatte man noch nichts von Pizzas, Döner, McDonalds und Instant Coffee gehört.
Wir kauften uns auf der Straße für 5 Pfennige eine Tüte Eis und für 10 Pfennige Studentenfutter. Ein Taschengeld von 5,- Mark im Monat war Grund genug, den Empfänger zu beneiden.
Wir haben mit 10-Pfennig-Marken Briefe frankiert, und der Postbote trug sie mindestens zweimal am Tag aus.
Wir sind mehr gelaufen als gefahren, obwohl man für 10 Pfennige eine „Teilstrecke“ und für 50 Pfennige von einem Ende der Stadt bis zum anderen fahren konnte. Eine S-Bahn-Fahrkarte für den ganzen Ring kostete 20 Pfennige.
In der Schule lernten wir, dass „Die Glocke“ nicht im Kirchturm hing und die „Neunte“ nicht nur ein Klassenzimmer bezeichnete, und „Ranke“ war nicht nur ein Begriff aus der Biologie.
Nach der Volksschule zahlten unsere Eltern Schulgeld. Wenn sie das nicht aufbringen konnten, wurde es ihnen erlassen, vorausgesetzt Tochter oder Sohn hatten entsprechende Leistungen.
Viele haben auch erfahren, was Not ist, wenn man kein Brot hat, und ein Paar heile Schuhe und ein warmer Ofen konnten schon Reichtum bedeuten.
Wir haben inmitten von Trümmern und Elend nicht nach den Zukunftsperspektiven gefragt, sondern wir haben sie für uns und die nächste Generation durch harte Arbeit geschaffen.
Aus dieser nachdenklichen Zusammenstellung von Entwicklungen, Erfindungen, Begriff und Veränderungen, die unseren Lebensweg in den letzten Jahrzehnten begleitet haben, ergeben sich die Fragen: Was wissen wir eigentlich? Verstehen wir unsere Gegenwart? Kommen die Veränderungen in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft einfach über uns, und wir können sie nicht bewältigen, und darum machen sie uns Angst?
So kann es zu Kurzschlussreaktionen kommen. Wir lehnen vielfach Begriffe ab, sträuben uns gegen neue Systeme und Reformen. Wir verteilen Schuldzuweisungen an den Staat, die Politiker, die Kirchen, die Minderheiten, die Ausländer. Wir sollten uns auf die Werte und das Fundament besinnen, auf dem wir stehen. Unser Mittun und unser Bemühen wird verlangt, und auch wir müssen so die Zukunft mitgestalten.

Zusammenstellung: SENIOREN-UNION
Bearbeitung: Dr. med. Kurt Samuel