Sternsingeraktion 2016

Respekt für Dich, für Mich, für Andere – in Bolivien und weltweit

Am Sonntag, den 22. November fand unser Projekttag statt und wir sind mit 32 Kindern, drei jugendlichen Helfern und unserem fünfköpfigen Betreuerteam in die Sternsingersaison 2016 gestartet.

 

Nach der Begrüßung im Gemeindezentrum und der Vorstellungsrunde, die besonders für unsere ganz neuen Sternsinger sehr wichtig ist, hilft der diesjährige Film des Kindermissionswerkes, uns auf das aktuelle Beispielland Bolivien einzustellen.

Sehr interesssiert folgen die Kinder Willi Wentzel ( bekannt aus „Willi wills wissen“), der für das Kindermissionswerk durch Bolivien gereist ist und die Projekte der Sternsinger besucht hat.

Im Anschluss gibt es eine kurze Gesprächsrunde zum Film im großen Kreis, bevor sich die Kinder altersentsprechend in vier Gruppen aufteilen. In den Kleingruppen wird dann sehr intensiv das Thema „Respekt“ behandelt. Angeleitet durch die Betreuerinnen nähen sich die Kinder diesem Begriff und stellen fest, dass sich dahinter eine Bedeutungsvielfalt verbirgt und es gar nicht so einfach ist, jedem Menschen gleichviel Respekt zu zollen. Vorurteile und Schubkastendenken behindern uns oft, ohne dass wir es direkt merken. Manchen Menschen möchten wir gar keinen Respekt zollen, weil wir ihr Verhalten uns gegenüber total ablehnen. Die Forderung an uns als Christen, erst einmal jeden Menschen anzunehmen, lässt uns alle schon sehr nachdenklich werden.

Beim Mittagessen (in Bolivien ist die Kartoffel Hauptnahrungsmittel, daher : Pellkartoffeln mit Quark, Kartoffelsalat mit Würstchen, selbstgebackener Kuchen zum Nachtisch) gönnen sich alle eine verdiente Erholung vom vielen Nachdenken.

Doch dann starten wir in die Nachmittagsrunde. Die Erkenntnisse des Vormittages sollen von den Kindern auf acht runden Papierausschnitten festgehalten werden. Auf weiteren acht Papierausschnitten werden die Buchstaben R E S P E K T ! aufgebracht. Mit diesen Papieren verzieren wir unsere acht Gruppensterne, die uns bei unserer Tätigkeit als Sternsinger immer begleiten. Vor unseren „hängenden Gärten“ vor dem Gemeindezentrum, die die Kinder noch mit Tannengrün und gebastelten Sternen verziert haben, gibt es zum Abschluss ein Gruppenbild.

Während die ersten Schneeflocken des Jahres Begeisterung auslösen, verabschieden sich alle voneinander, nicht ohne den Terminkalender in die Hand gedrückt zu bekommen!

 

Denn der Tag war ja nur der Anfang unserer hoffentlich wieder erfolgreichen Aktion! Bei der guten Stimmung und den aufgeschlossenen Kindern, die wir erleben durften, gibt es allerdings keinen Grund, daran zu zweifeln!

 

Elisabeth Dercks

Rückblick Sternsingeraktion 2016

ebe Gemeindemitglieder!

 

Wie in jedem Jahr möchte ich Sie an dieser Stelle wieder gerne über den Verlauf unserer diesjährigen Sternsingeraktion informieren!

Gleich zu Beginn ein herzliches Dankeschön an alle, die uns während der langen Periode von November bis Mitte Januar auf vielfältige Weise unterstützt, uns zu sich nach Hause eingeladen und den Segen erbeten haben und/oder die Aktion mit einer Spende unterstützt haben. Ohne diese Unterstützung wäre ein Gelingen einfach nicht möglich!

 

Schon im September, wenn das aktuelle Arbeitsmaterial vom Kindermissionswerk vorliegt, beginnt die Arbeit des Betreuerteams. Wir machen uns mit der Thematik vertraut und überlegen uns, wie wir beim Projekttag im November den Kindern und Jugendlichen einen guten Zugang zum aktuellen Thema vermitteln. Ebenso wird der Terminkalender vom ersten bis zum letzten Treffen besprochen. Briefe werden geschrieben, Formulare vorbereitet und Absprachen getroffen.

 

Im vergangenen Herbst stand zudem im Rahmen des neuen Glaubensraum-Prozesses die Überlegung im Raum, wie wir mit den Sternsingerverantwortlichen der Gemeinden Maria Frieden, Herz-Jesu und Theresia vom Kinde Jesu eventuell zusammen arbeiten könnten. Bei einem sehr netten und konstruktiven Treffen tauschten wir unsere Erfahrungen und Ideen aus, mussten aber schließlich feststellen, dass gemeindeübergreifende Termine nur auf sehr lange Sicht geplant werden können. Für die diesjährige Aktion schafften wir nur das gemeinsame Treffen zum Lieder einstudieren mit Daniela Dicker. Was sich für die kommenden Jahre an gemeinsamen Projekten ergeben kann, werden wir sehen. Wir werden auf jeden Fall weiterhin in Kontakt bleiben.

 

Für den Projekttag meldeten sich neben den vielen Kindern, die uns schon lange treu sind, auch einige „Neulinge“ an. Darüber freuten wir uns sehr. So konnten wir mit 32 Kindern in die Saison starten -  und genau acht Gruppen mit drei Königen und einem Sternträger bestücken.

Mit den Kindern tauchten wir am Projekttag in das diesjährige Thema ein:

„Respekt – für dich, für mich und für Andere in Bolivien und weltweit.

Sehr offen und interessiert setzten sich die Kinder mit dem Wort Respekt und seiner Bedeutung auseinander und hielten ihre Erkenntnisse schriftlich kurz fest. Auf unseren Sternen, die die Kinder bei ihren Hausbesuchen dabei haben, prangten bis zum 6. Januar die Buchstaben R E S P E K T ! auf der Vorderseite und die Gedanken der Kinder dazu auf der Rückseite.

 

Beim Aussendungsgottesdienst in der Kirche St. Joseph in Weißensee am 28.12.2015, den wir mit 22 Kindern und einigen Eltern besuchten, fielen unsere Kinder mit derart aktuell geschmückten Sternen direkt auf. Unser neuer Erzbischof Heiner Koch begrüßte die Sternsinger aus ganz Berlin sehr herzlich und überraschte mit seinem schönen Bischofsstab aus Afrika, der mit einem Stern und der Darstellung der Heiligen drei Könige wunderbar verziert ist. Ganz offenbar kann der Erzbischof etwas mit den Sternsingern anfangen! Das ist doch ein gutes Gefühl.

 

Nach der Gewänderprobe zwei Tage zuvor wurden wir am 6. Januar im Familiengottesdienst dann in unserer Kirche vom Pfarrer noch einmal auf den Weg geschickt. Aufgeteilt in zwei größere Gruppen und eine kleine Gruppe brachten die Kinder am Vormittag vielen älteren Menschen im Erna-Lindner-Haus, vielen kranken Menschen im Elisabeth-Haus und den Bewohnern im Pfarrhaus den Segen für das neue Jahr.

Nach der Mittagspause ging es, wie schon in den vergangenen Jahren mit S- und U-Bahn und im frisch gefallenen Schnee ins Nikolaiviertel, um den Segen den Menschen in das Haus der Wirtschaft zu bringen. Herr Sebastian Ulbrich vom Kindermissionswerk in Aachen war ebenfalls dort anwesend und freute sich mit uns, dass alles prima klappte und eine recht große Zahl von Mitarbeitern ihre Arbeit eine Weile liegen ließen, um unseren Sternsingern zuzuhören. Netterweise begleitete uns beim Singen Sonja Schek auf ihrem Keyboard, was – da es doch eine riesige Halle ist, in der wir dort singen - eine enorme Unterstützung bedeutet. Dieser Ausflug in die City macht den Kindern immer viel Freude und diese Freude versprühten sie dann ganz deutlich noch auf dem Rückweg: während wir sehr lange am Potsdamer Platz auf die S-Bahn warten mussten, die uns zurück nach Lichtenrade bringen sollte, vertrieben sich die Kinder die Zeit mit pausenlosem Singen ihrer Lieblingsstern-singerlieder! Die Passanten hörten gebannt zu und ließen - neben gespendetem Applaus  - dann auch noch den einen oder anderen Euro in die Sammelbüchse fallen. Selbst in der Bahn, die dann doch irgendwann kam, war der Gesang nicht zu bremsen.

is zum Sonntag, dem 10. Januar, der ganz im Zeichen der Besuche der Privathaushalte stand, war dann nicht viel Zeit sich auszuruhen. Und was natürlich ein Grund ist, stolz zu sein, ließ uns doch fast an unsere Kapazitätsgrenze stoßen: 115 Hausbesuche wollten bewältigt werden. Für die Kinder und ihre Betreuer, aufgeteilt in acht Gruppen hieß das konkret: 14 bis 15  Hausbesuche pro Gruppe. Das bedeutete schon eine große Anstrengung, da jeder Besuch ja auch würdig und liebevoll durchgeführt werden will!

Aber alle, egal ob die Jüngsten, ob die Kinder, die zum ersten Mal dabei waren, unsere Kinder mit Handycaps oder auch der Gastschüler aus Australien, zu Fuß oder im Auto, alle haben den Tag mit viel Elan und Freude hinter sich gebracht. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Von den Menschen, denen wir mit dem gebrachten Segen ganz offensichtlich viel Freude brachten, sammelten wir die stolze Summe von 6.712,01 Euro für das Kindermissionswerk ein. So eine große Summe konnten wir noch nie überweisen!

 

Herzlichen Dank allen Spendern, die dadurch nicht nur benachteiligten Kindern irgendwo in der Welt helfen, sondern auch unseren Kindern Anerkennung für ihr Engagement zollen!

 

Mit dem Dankgottesdienst am 17. Januar 2016 und dem anschließenden Besuch der Suppenküche, wohin wir auch noch einmal den Segen und die Süßigkeiten bringen, die unsere Kinder freiwillig abgeben, endete dann wieder einmal die diesjährige Aktion.

 

Die Kinder haben tolle Arbeit geleistet und wir möchten uns bei ihnen dafür bedanken. Daher planen wir Anfang Juni wieder ein gemeinsames schönes Wochenende, wo wir viel Spiel und Spaß und hoffentlich schönes Wetter haben werden. Die gelungene Reise nach Köln und Aachen im vergangenen Jahr ermutigt uns Betreuerinnen sehr, die lange Zeit bis zur nächsten Sternsingersaison so zu überbrücken und wir freuen uns schon auf die Zeit mit den Kindern.

Besonders schön wäre es, wenn wir im kommenden Jahr noch ein paar Kinder mehr begrüßen könnten, um vielleicht mit neun statt acht Gruppen die Besuche abhalten zu können.

An Begleitern mangelt es zum Glück nicht. Neben etlichen Eltern, die uns ihre Hilfe anbieten, können wir auch auf unsere erwachsen gewordenen Kinder bauen, die -wie in diesem Jahr Richard und Tobias Voelz und Johannes Koch - als Gruppenbegleiter tätig waren. Die tolle Unterstützung von Rabea Ceczka, Theresa Voelz und Alina Roehl während der gesamten Aktion möchten wir ebenfalls extra erwähnen.

 

Wenn wir die Dankesurkunden am Ende der Aktion vorbereiten, wird uns immer sehr deutlich, wie viele Gemeindemitglieder uns auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen. Es würde den Rahmen sprengen, diese alle aufzuzählen, aber es ist wunderbar, sich immer verlassen zu können und auf offene Ohren zu stoßen, wenn man um Hilfe bittet. Wir wissen das sehr zu schätzen.

Dank besonders auch an die Eltern, die uns ihre Kinder anvertrauen, die dafür sorgen, dass die Kinder mitmachen, pünktlich zu den Terminen erscheinen und so viel Zeit investieren.

Hoffentlich finden sich auch im nächsten Jahr wieder viele Familien und noch mehr Kinder, die Freude an der Sternsingertätigkeit haben.

Mit Gottes Segen sind wir auf jeden Fall wieder dabei!

 

Berlin, im Januar 2016

Für das Sternsingerteam: Elisabeth Dercks